Die Gemeinde Großheide wurde im Zuge einer Verwaltungs- und Gebietsreform am 1. Juli 1972 aus den ehemaligen Gemeinden Arle, Berumerfehn, Großheide, Menstede-Coldinne und Westerende gebildet.
Zuvor hatten sich die Gemeinden Arle, Berumerfehn, Großheide und Menstede-Coldinne mit Wirkung vom 1. Januar 1971 zur Samtgemeinde Berumerfehn mit Sitz in Großheide zusammengeschlossen. Die Samtgemeinde wurde jedoch, wie auch die damaligen Gemeinden, mit Bildung der Einheitsgemeinde Großheide aufgelöst.
Im Jahre 1972 wohnten 7.467 Einwohner in Großheide, heute sind es mehr als 8.800.
Die Gemeinde Arle wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 durch ein Neugliederungsgesetz aufgelöst und mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Großheide zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet umfasst die heutigen Ortsteile Arle und Südarle.
Dem 1972 erschienenen Buch 'Panorama Landkreis Norden’ von Karl Leiner wurde folgendes entnommen:
In Blau ein goldener, rotbedachter Turm mit drei Schallöffnungen, belegt mit einem roten Schildchen, darin ein silberner Löwe. Die Turmspitze ist mit einem goldenen Kreuz besetzt. Sie wird von zwei goldenen sechszackigen Sporenrädern begleitet.
Arle, im 12. Jahrhundert Erle genannt, war im Mittelalter eine dem Bistum Bremen unterstehende Propstei. Mittelalterliche Häuptlinge lassen sich nicht fassen, erst im 17. Jahrhundert ist eine Burg erwähnt, die an der Stelle der „Rüschlage“ bei Dreesche stand. Sie war damals im Besitz der Beninga von Grimersum. 1717 kam das Gut an die Freiherren von Wedel, dann über die von Fridag an das Haus Lütetsburg. Zur Erinnerung an die Häuptlinge steht im Wappen der Schild der Grimersumer Beninga.
Eine besondere Bedeutung über den Ort hinaus hatte der romanische Kirchturm von Arle, der stark befestigt war. In dem Vertrag, den Keno tom Brok 1408 mit den Hamburgern zur Unterdrückung der Vitalienbrüder schloß, wird er als eines der „slote“ genannt, die die Hamburger mit Kenos Hilfe erobert hatten, aber „de dar stande bleven zünt“. Auch 1411/12 wird er als Festung erwähnt („ …super in castellatione turris ecclesiae in Erle ...“). 1430 wurde er von Udo Fokken bei der Verfolgung der Feinde seines Vaters erstürmt und teilweise abgebrochen, doch standen Reste davon noch zu Ubbo Emmius’ Zeit – „Reliquiae validissime quondam operis indicium etiam nunc imminent“ -. An seiner Stelle wurde 1888 ein neuer Kirchturm gebaut, der in seiner Höhe weit über das Land sichtbar ist und als Wahrzeichen von Arle gelten kann. Die Sporenräder sind dem Wappen der Stadt Norden entnommen, ebenso die Farben Blau und Gold. Sie zeigen die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landkreis Norden.
Arle: Gemeinde. 1.101 Einwohner. Größe: 1.228 ha. Behörden: Gemeindeverwaltung. Schulen: eine dreiklassige Volksschule, ein Kindergarten. Sportplatz vorhanden.
95 % evangelisch-lutherisch, 2 % katholisch, 3 % anderer Konfession.
Arle, am Rande der Geest gelegen, im 12. Jahrhundert als Erle bezeichnet, gehörte derzeit zu den alten kirchlichen Stiftungen und galt als eine dem erzbischöflichen Stuhl zu Bremen unterstellte Propstei. Zum Unterschied des benachbarten Münsterschen Gebietes waren ihre Pröpste keine reichen Edelleute, sondern amtierende Geistliche. Houtrouw hält darüber in seinem Werk „Ostfriesland, eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit“ folgendes fest:
Die ersten Nachrichten, die wir von einem Inhaber dieser Propstei besitzen, finden sich im ältesten Copiar des Bremischen Domkapitels, wo verzeichnet steht: „XII. Kal. Julii Werneri prepositi (1106 – 1116), qui dedit fratribus ecclesiam Erle, que solvit 6 marchas“ und im Verzeichniß der Einkünfte des gedachten Kapitels mit den Worten: „Praepositus Wernerus dedit fratribus pro commemoratione sua ecclesiam Erle 6 marcas argenti“. Desgleichen bezeugt Poptatus von Norden (1286 bis 1295) dem ebengenannten Domkapitel, daß er an der Kirche zu Arle, welche seinem Bruder zum Beneficium übertragen sei, fortan kein Recht mehr habe. Das bezügliche Siegel enthält in der oberen größeren Hälfte ein Brustbild des heil. Ludger, zu dessen Seiten je ein Stern erscheint, dahinter einen Balken mit der Bezeichnung: „Sts. Liudgerus“, und darunter in einem oben kleblattförmig abschließenden Felde vier kleine, in knieend anbetende Gestalten. Die nicht sicher mehr erkennbare Umschrift dürfte „S. advocatorum et consulum terre Norde“ zu lesen sein.
Einem weiteren Propst begegnen wir in der Beilegung eines Streites zwischen Friesland und der Stadt Groningen am 30. Juni 1338, wo Folperus decanus de Erle als Mitglied der Schiedsrichterkommission aufgeführt wird. Ebenfalls findet sein Name in einem Schreiben vom 29. September 1329 des Erzbischofs Burchard zu Bremen Erwähnung. Wie groß die Propstei seinerzeit gewesen ist, läßt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Vermutlich waren das Neßmer und das Hager Kirchspiel, wie auch die Herrlichkeit Dornum dem Arler Probst unterstellt.
Geschichtlich wäre noch die am 4. August 1495 bei der „Arler voert“ stattgefundene Auseinandersetzung zwischen Hero Omken und Edzard dem Großen festzuhalten, in dem der Letztere der Übermacht Heros weichen mußte. Häuptlinge aus dieser Zeit sind nicht bekannt. Im übrigen wird die geschichtliche Entwicklung in diesem Raum in der Wappenbeschreibung der Gemeinde Arle ausführlich gewürdigt.
Die zwischen 1200 und 1250 aus Eifeltuff im romanischen Stil erbaute Kirche ist weithin in der Umgebung das Wahrzeichen dieses Ortes. Ein sehr schönes in gotischem Stil gehaltenes Sakramentshäuschen gibt dem Gotteshaus ein besonderes Gepräge. Die Kirche war ursprünglich mit Blei gedeckt. 1532 ließ der Statthalter des Herzogs von Geldern, General Bernhard von Hackforth, gegen den Widerstand der Arler Bürger das Blei abdecken und fortführen. Der alte Glockenturm, ursprünglich an der Westseite der Kirche stehend, wurde im Jahre 1430 von Udo von Norden nach einer längeren Belagerung zerstört. 1818 wurde der Vordergiebel der Kirche mit Backsteinen erneuert und im 19. Jahrhundert der jetzige Kirchturm erstellt.
Die 1.228 ha große Gemeinde, im östlichen Teil des Landkreises in der Nähe des Harlinger Landes gelegen, zählt zur Zeit 1.101 Einwohner. Agrarwirtschaftliche Betriebe, die in diesem Ort vorherrschend sind, kennzeichnen das Landschaftsbild im allgemeinen. Zu Arle, im Kern eine geschlossene Ortschaft, gehören die Streusiedlungen Ostarle, Ostergaste, Dreesche, Komper, Neuis, Beemoor und Südarle. Diese Ortsteile sind untereinander in West-Ost-Richtung durch zwei Kreisstraßen und in Nord-Süd-Richtung durch eine Kreisstraße verbunden. 20 km befestigte und 11 km unbefestigte Wege schließen das Gelände weitgehend auf.
Wohn- und Siedlungsmöglichkeiten sind hinreichend gegeben. Die Gemeindeverwaltung liegt im Ort. Mit den weiteren Mitgliedsgemeinden Berumerfehn, Großheide, Menstede-Coldinne und Westerende gehört Arle dem großen Schulzweckverband an. Eine dreiklassige Volksschule in Arle wie auch ein Sportplatz und eine Bücherei runden das Bild dieser ländlichen Gemeinde ab.
Drei Geldinstitute, eine Hauptzweigstelle der Kreis- und Stadtsparkasse Norden wie auch die Raiffeisenbank mit einer Nebenstelle in Südarle haben sich in der Gemeinde niedergelassen. Verschiedene Kleinbetriebe wie eine Sägerei mit Baustoffhandel, ein Betonwerk, eine Maschinenschlosserei und andere lebenswichtige Geschäfte beflügeln die heimische Wirtschaft, die in bescheidenem Rahmen dazu beiträgt, dem Landkreis Norden Gewicht und Ansehen zu verleihen.
Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden
Copyright 1972 by Landkreis Norden
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Landkreises Aurich
Die Gemeinde Berumerfehn wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 durch ein Neugliederungsgesetz aufgelöst und mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Großheide zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet umfasst die heutigen Ortsteile Berumerfehn und Westermoordorf.
Dem 1972 erschienenen Buch 'Panorama Landkreis Norden’ von Karl Leiner wurde folgendes entnommen:
In blauem Feld ein goldener, mit golden tingiertem Torf beladener Kahn, begleitet von zwei pfahlweis gestellten goldenen sechszackigen Sporenrädern.
Der torfbeladene Kahn erinnert an die Zeit der Erschließung des Moores. Noch im 20. Jahrhundert wurde der Torf auf Kähnen nach Norden gebracht. Wie bei den meisten Gemeindewappen des Landkreises, sind auch hier die Farben Blau-Gold dem Wappen der Stadt Norden entnommen. Sie sollen die Lage der Gemeinde Berumerfehn in der Nähe Nordens deutlich machen und ihre Verbundenheit zu dieser Stadt zum Ausdruck bringen.
Berumerfehn: Gemeinde. 1.772 Einwohner. Größe: 2.199 ha. Gemeindeverwaltung am Ort. Zwei Volksschulen, ein Sportplatz.
90 % evangelisch-lutherisch, 5 % katholisch, 5 % anderer Konfession.
Berumerfehn wurde 1794 von der Norder Fehn-Companie gegründet. Dieser Gesellschaft gehörten Norder und Hager Bürger an, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, die Berumer Moräste abzubauen. Torf wurde zur damaligen Zeit in Ostfriesland bevorzugt als Brennmaterial benutzt, aber auch zum Brunnenbau verwandt. Ein Erbpachtvertrag sicherte den Interessenten das Abbaurecht sowie das Jagen und den Fischfang in den in Frage kommenden Gebieten. Gewissermaßen als Entschädigung dafür legte die Gesellschaft Wieken (Kanäle) und Nebenwieken zur Entwässerung und für die Schiffahrt an und forstete das Ödland Zug um Zug auf.
Die Torfabfuhr wurde durch einen Kanal (das Moortief), den die Gesellschaft anlegte, sichergestellt. Eine direkte Verbindung vom Fehn zur Stadt war dadurch erreicht. Auf Kähnen verladen, gelangte das begehrte Brennmaterial zur Umschlagstelle nach Norden. Ein Erwerbszweig, der heute der Vergangenheit angehört.
Der zu Berumerfehn gehörende Ortsteil Westermoordorf erhielt seinen Namen 1826. Bevölkerungszahlen der Gesamtgemeinde: 1821 = 256, 1939 = 1.278, 1970 = 1.810.
Während Reste von Urtieren hier und da ausgegraben wurden, konnten Funde von besonderer Bedeutung hierorts nicht registriert werden: Obwohl nachfolgende Angaben den Landkreis Norden nicht betreffen, werden sie ihrer geschichtlichen Bedeutung wegen hier angezogen: Dr. Rudolf Bielefeld hat in seinem Buch „Ostfriesland“, Verlag A. H. F. Dunkmann, Aurich (1924), sechs Moorleichen, die in den ostfriesischen Hochmooren zutage gefördert wurden, registriert:
Berumerfehn ist mit 2.199 ha nach der Inselstadt Norderney die größte Gemeinde im Landkreis Norden. Durch die gutausgebauten Kreisstraßen 3, 4 und 6 ist der Ort von allen vier Seiten erschlossen und schnell zu erreichen. Der die Gemeinde durchziehende Kanal, in früheren Zeiten von großer Bedeutung für die Torfabfuhr, dient heute vornehmlich Entwässerungszwecken, ist aber auch für die Wassersportler ein beliebter Tummelplatz.
Erschlossenes Bauland wird zu günstigen Bedingungen angeboten. Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz am Ort. Zwei Volksschulen, je eine in Berumerfehn und Westermoordorf, erschließen den Lehrbetrieb. Ein Sportplatz ist vorhanden. Das kulturelle Leben wird in der Hauptsache von der Kirche getragen. Handwerks- und Einzelbetriebe aller Sparten lassen das Aufblühen und die weitere Entwicklung der Gemeinde erkennen. Die Kreis- und Stadtsparkasse Norden wie auch die Raiffeisenbank Hage unterhalten für den Zahlungsverkehr je eine Hauptzweigstelle.
Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden
Copyright 1972 by Landkreis Norden
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Landkreises Aurich
Die Gemeinde Großheide wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 durch ein Neugliederungsgesetz aufgelöst und mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Großheide zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet umfasst die heutigen Ortsteile Großheide und Ostermoordorf. Dem 1972 erschienenen Buch 'Panorama Landkreis Norden’ von Karl Leiner wurde folgendes entnommen:
In Silber zwischen zwei schwarzen Rohrkolben eine grüne, aufsteigende Spitze mit einem silbernen Pflugschar. Das Wappen weist auf den landschaftlichen Charakter der Gemeinde hin, die früher auf weite Strecken aus Moor- und Heideflächen bestand, was auch die Namen der beiden Ortsteile Großheide und Ostermoordorf aussagen. Dieses Gebiet wurde unter den Pflug genommen und bis auf geringe Reste kultiviert.
Das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile Großheide und Ostermoordorf zur politischen Gemeinde wird durch die Schildteilung und die Zusammenstellung zweier verschiedener Motive verdeutlicht.
Großheide: Gemeinde. 2.619 Einwohner. Größe: 1.208 ha. Behörden: Gemeindeverwaltung, Sitz der Samtgemeinde Berumerfehn, Geschäftsstelle des Schulzweckverbandes Arle, Hilfsstelle des Arbeitsamtes Emden. 99 % evangelisch-lutherisch, Rest anderer Konfession. In dem Schatzungsregister des Amtes Berum ist 1552 die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde nachzulesen. Auf der Karte von Ubbo Emmius aus dem Jahre 1595 wird der Ort als Grote Heyde ausgewiesen.
Großheide bestand bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nur aus dem jetzigen Ortskern. Die übrigen Gebiete waren Gemeinheit (Nutz- und Weideflächen, die allen Bewohnern mit gleichen Rechten zugänglich waren). Im Laufe der Zeit, eine Folge des hier betriebenen Torfabbaues, entwickelte sich der Ortsteil Ostermoordorf. In etwa der Linie der Straße vom Kompaniehaus bis hin zum Kuhweg wurde der Torfabstich betrieben. Mit einer alten Karte von 1803 sind diese Angaben zu belegen.
1825 wurde der Maanweg, die jetzige Kreisstraße 4, ausgebaut. Nach der Besiedlung des Müntjelandes verblieb nur noch östlich des Maanweges Gemeinheit. 1868 wurde auch dieses Stück aufgeteilt. Lebrechts, Pächter auf Koldinne, erhielten 378,5 Diemat. Der Großheider Anteil von 217,898 ha wurde in 177 Parzellen vermessen und die bisher Weideberechtigten nach Grundstücksfläche und Grundstückgüte entsprechend abgefunden. Eine Besiedlung des Großheider Feldes wurde Zug um Zug eingeleitet.
Um die Jahrhundertwende übernahm die Doornkaat AG. den Anteil der Lebrechts Erben und kultivierte den gesamten Komplex. Mit Genehmigung des Preußischen Landrats durfte der Besitz nunmehr den Namen „Gut Friederikenfeld“ führen. Kommerzienrat Jan ten Doornkaat Koolman ließ auf dem Gelände ein großes Gutshaus erbauen, das im Volksmund seiner Größe und Stattlichkeit wegen gern als „Schloß“ Friederikenfeld bezeichnet wurde. Der Verwalter des Gutes hatte hier seinen Sitz. Ebenso waren großangelegte Stallungen vorhanden, die für eine planmäßig vorgesehene Ochsenmast angelegt waren. Das Vieh hierfür wurde in der Hauptsache in Ostpreußen aufgekauft. Die von der Doornkaatschen Brennerei anfallende Schlempe, hervorragendes Viehfutter, fand somit nutzbringende Verwendung. Heute ist in dem Gebäude eine Hilfsstelle des Emder Arbeitsamtes untergebracht. Seit Sommer 1919 ist das Gut Eigentum des Landkreises Norden.
Großheide, im Herzen des Landkreises Norden gelegen, ist 1.208 ha groß. Infolge intensiver Unterstützung des Landkreises Norden wie auch der Eigeninitiative der Gemeindeverwaltung selbst ist in den letzten Jahren eine stetige Aufwärtsentwicklung erkennbar. Der Ort ist über die Kreisstraßen 3, 4 und 7 direkt zu erreichen. Aber auch die Landesstraße 6 berührt die Nordgrenze von Großheide. 39 km Gemeindewege wurden angelegt, wovon 30 km als Wirtschaftswege ausgebaut sind.
Bauflächen werden im Flächennutzungsplan ausgewiesen, Ansiedlungen von Wohn-, Geschäfts- und Industriebauten sind jederzeit gegeben. Die am Ort befindlichen Behörden wie die Gemeindeverwaltung, die Samtgemeindeverwaltung, die Geschäftsstelle des Schulzweckverbandes Arle, die Hilfsstelle des Arbeitsamtes Emden regeln und erledigen alle gemeindebehördlichen Anliegen ihrer Einwohner, womit sich in diesem Lebensraum Großheide als zentraler Mittelpunkt entwickelt hat. Eine Zweigstelle der Kreis- und Stadtsparkasse Norden hat hier ihren Sitz.
Gutentwickelte Handwerksunternehmen aller Sparten ebenso wie auch Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsbetriebe sind am Ort. Zwei Grundschulen mit einer guteingerichteten Gemeindebücherei, je eine in Großheide und Ostermoordorf, eine zwanzigklassige Mittelpunktschule mit weiteren 6 Fachräumen und eine Landwirtschaftliche Berufsschule stehen für die Ausbildung der Kleinen und Fortgeschrittenen im Großheider Raum zur Verfügung.
Für die sportfreudige Generation sind zwei Sportplätze vorhanden. Ein weiteres Betätigungsfeld ist mit der 12 x 12 m großen Turnhalle gegeben. Sie steht allen im Winter wie im Sommer für den Übungsbetrieb offen. Ein immer noch erkennbarer Aufwärtstrend gibt der Gemeinde zu weiteren berechtigten Hoffnungen Anlaß.
Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden
Copyright 1972 by Landkreis Norden
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Landkreises Aurich
Die Gemeinde Menstede-Coldinne wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 durch ein Neugliederungsgesetz aufgelöst und mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Großheide zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet umfasst die heutigen Ortsteile Coldinne, Menstede und Südcoldinne.
Dem 1972 erschienenen Buch 'Panorama Landkreis Norden’ von Karl Leiner wurde folgendes entnommen:
In Grün ein silberner Wolf vor einem schräglinks gestellten goldenen Abtstab, daran ein silbernes, golden gesäumtes Velum.
Seit 1290 bestand in Coldinne ein Prämonstratenserkloster, das um 1450 mit Augustinernonnen neu besetzt wurde. 1481 wurde der Convent zu Coldinne in die Ewige Bruderschaft von Sielmönken aufgenommen. 1562 ging das Kloster ein, sein Landbesitz fiel an den Landesherren. Um die Erinnerung an die Kolonisierung des Heidegebiets durch das Kloster festzuhalten, wurde der Abtstab mit dem Velum auf grünen Schildgrund gesetzt. – Der silberne Wolf erinnert daran, dass in der abgelegenen, fast nur von Schäfern bewohnten Heide der letzte Wolf Ostfrieslands erlegt wurde.
Menstede-Coldinne: Gemeinde. 1.375 Einwohner.
Größe: 1.245 ha. Gemeindeverwaltung am Ort.
99,6 % evangelisch, Rest anderer Konfession.
In Coldinne, südlich von Arle gelegen, erbauten die Prämonstratenser (Angehörige eines katholischen Mönchsordens) 1290 das Kloster „Convent zur waaren Minne“. Um das Jahr 1441 waren darin etwa 45 Nonnen nebst einer Priorin untergebracht. Mitte des 15. Jahrhunderts übernahmen Augustinermönche das Haus. 1562 wurde das Kloster aufgelöst.
Die Entstehung und der Werdegang der Gemeinde dürften daher eng mit dem Kloster Coldinne in Verbindung zu bringen sein. Die Mönche der damaligen Zeit bauten in der näheren und weiteren Umgebung die sogenannten Grashäuser wie das Coldinner, das Ostercoldinner und das Westercoldinner Grashaus. Gemeindegrenzen gab es seinerzeit noch nicht. Damit ist auch die Lage des Ostercoldinner Grashauses, das 10 km vom Standort des damaligen Klosters entfernt im Bereich der Gemeinde Nesse liegt, als politische Enklave der Gemeinde Menstede-Coldinne zu erklären.
Menstede-Coldinne ist etwa 1.245 ha groß und erstreckt sich in nord-südlicher Richtung in 7 km Länge. Die Gemeinde umfaßt die Ortsteile Menstede, Coldinne, Klosterdorf, Kölke, Breitefeld, Südcoldinne, Blinkheide, Coldinnergaste, Strück und Westerbrande.
Der Ort liegt in der südöstlichen Ecke des Kreisgebietes und grenzt im Süden an ein ausgedehntes, unbewohntes Moorgebiet, das in wirtschaftlicher und verkehrsmäßiger Hinsicht eine natürliche Begrenzung für die Gemeinde darstellt. Die älteste, im Jahre 1911 aus Ziegelsteinen erbaute Straße verbindet den Südarler Raum mit Großheide, führt durch Coldinne und teilt die Gemeinde in einen südlichen und einen nördlichen Teil. Diese Straße war lange Zeit hindurch die einzige Verbindung zur Kreisstadt Norden.
Der weitaus größte Teil der Gemeinde, besonders der südliche, lag unerschlossen und weitab vom Verkehr. Notwendige Transporte konnten nur mit Pferdefuhrwerken auf grundlosen, oft morastigen Wegen bewerkstelligt werden. Der Ausbau des Straßennetzes erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1,5 Millionen DM wurden für dieses Projekt investiert. 24 km neu erstellte Straßen erschließen nunmehr das Gebiet in und um Menstede-Coldinne: Coldinner Straße (Südarle – Großheide), Königsweg (Willmsfeld – Berumerfehn) und der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Middelweg. Durch den Bau zahlreicher Nebenstraßen wurde der größte Teil der Gemeinde an das Hauptverkehrsnetz angeschlossen.
Außer den zahlreichen Zuggräben, die das Moorwasser den Sielen zuführen, gibt es in diesem Gebiet keine Wasserwege. Menstede-Coldinne bildet eine ausgesprochene Streusiedlung. Die von der Gemeinde aufgestellten Bebauungspläne sehen im wesentlichen drei Ortskernbildungen vor: Menstede, Coldinne und die Siedlung Süd-Coldinne.
Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden
Copyright 1972 by Landkreis Norden
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Landkreises Aurich
Die Gemeinde Westerende wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 durch ein Neugliederungsgesetz aufgelöst und mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Großheide zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet umfasst den heutigen Ortsteil Westerende.
Dem 1972 erschienenen Buch 'Panorama Landkreis Norden’ von Karl Leiner wurde folgendes entnommen:
In blauem Feld ein goldener hölzerner Pflug mit silberner Pflugschar, im rechten Obereck begleitet von einem goldenen sechszackigen Sporenrad.
Da die Gemeinde verhältnismäßig jung ist und keine historischen Besonderheiten aufzuweisen hat, schlug sie zur Symbolisierung des Ackerbaus dieses Wappenbild vor. Das Sporenrad und die Farben Blau – Gold zeigen die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landkreis Norden.
Westerende: Gemeinde. 570 Einwohner. Größe: 890 ha. Gemeindeverwaltung, Polizeistation und eine zweiklassige Volksschule am Ort. Die gesamte Gemeinde ist evangelisch-lutherischer Konfession.
Westerende verdankt seinen Namen der Lage der Gemeinde westlich des Kirchspiels Arle, zu dem es von jeher gehörte. Die beiden großen Bauernschaften Schleen und Terhalle werden bereits mit der Einführung des Christentums erwähnt. Sie sind die ältesten Ortsteile der Gemeinde.
Nach dem ältesten „Schatzungsregister“ Ostfrieslands, dem des Amtes Berum von 1552, wird urkundlich die Stärke der Gemarkungen wie folgt angegeben:
Westerende mit 13 Herdstellen
Schleen (In der Solenn) mit 16 Herdstellen
Terhalle (Up ter Hallen) mit 14 Herdstellen
Diese 3 Gemarkungen wurden später unter dem Namen Westerende zusammengelegt und bilden seitdem eine Gemeinde. Der älteste vorgeschichtliche Teil von Westerende ist der Ortsteil Brande, auf dessen Flurstück „Heidendoom“ Steinbeile, Urnenscherben und dgl. gefunden wurden. Der Name Heidendoom dürfte wahrscheinlich auf die in der Frühzeit getätigten Leichenverbrennungen hinweisen, da mit der Einführung des Christentums die Erdbestattungen eingeführt wurden. Das später hier in der Nähe erbaute Kloster Coldinne hat dann vermutlich diesem Flurstück den Namen Heidendoom gegeben.
Ebenso haben die alten Flurnamen wie Conrebbershörn, Börg und Jackenbarg ihre geschichtliche Bedeutung. In Anlehnung an die Feiern der heidnischen Zeit werden alljährlich in Conrebbershörn (König-Radbod-Hörn) gewaltige Osterfeuer abgebrannt. König Radbod (friesisch auch Redbad genannt) war um 700 der Gründer des friesischen Großreiches, das unter seiner Regierung erstmals politisch in die Geschichte Europas verwickelt war.
Im Jackenbarg werden bei der Bearbeitung der Äcker immer noch große, ungebrannte, luftgetrocknete Steine gefunden. Sie lassen vermuten, daß an dieser Stelle wahrscheinlich eine Burg gestanden hat. Ebenso weist der Dullart (großes Wasser) auf diese Vermutung hin, da an seiner Grabenkante Reste eines alten Burggrabens entdeckt wurden.
Der Flurnamen Börg ist anscheinend von Burg abgeleitet und kann mit den Funden im Flurstück Jackenbarg in Verbindung gebracht werden. Im Westerender Hammrich liegt der Bauernhof „Kantjeburg“. Die Bedeutung diese Namens wird dahin ausgelegt, daß der Bauernhof, als die Abwässerung noch zu wünschen übrigließ, bei Regenfällen oft unter Wasser stand und nur mit einem Kahn zu erreichen war.
Soviel zur Vorgeschichte dieser Gemeinde. Am Schleener Weg, ein wenig abseits der alten Heerstraße, stand noch vor rd. 20 Jahren ein kleines, unansehnliches Häuschen. Das strohgedeckte, verwitterte Dach und die schiefen Mauern ließen unschwer auf das Alter dieser 4 x 6 m großen Hütte schließen. Der kleine Anbau diente als Schlafstätte. Mit dem Abbruch der alten Lehmhütte ging gleichzeitig ein Stück „Alt-Westerende“ verloren. Die Hütte ist in die Geschichte der Gemeinde als erste Schule eingegangen – im Volksmund weithin als „Lüttje School“ bekannt.
1820 erbaut, war damit die Schulgemeinde Schleen Wirklichkeit geworden, den Kindern dadurch der weite Schulweg nach Arle erspart. Der alten Generation des Ortes wurde darin noch das Abc gelehrt. Nur wenig Platz war in dem kleinen Raum, in dem im Winter ein offener Herd wohltuende Wärme ausstrahlte. Dichtgedrängt saßen die Kinder in den Bänken zusammen. Sie waren in allem sehr genügsam. Der erste „Unterrichter“ an dieser Schule war der pensionierte Gendarm der Gemeinde, der bei den hannoverschen Kürassieren gedient hatte und sich Ebeling nannte. Von den Eltern der Kinder für dieses Amt „gewählt“, wirkte der „Kürassier und Gendarm a.D.“ 8 Jahre lang an dieser Schule und wurde später von dem Lehrer Brandenburg, der 47 Jahre in der Gemeinde unterrichtete, abgelöst. 1858 mußte die alte, baufällige Schule einem Neubau Platz machen, in dem bis 1953 ungefähr 100 Jahre unterrichtet wurde. Die zunehmende Bevölkerungsdichte in der Gemeinde machte im gleichen Jahr den Neubau einer zweiklassigen Schule erforderlich.
Von der Entwicklung der Gemeinde zeugen folgende Angaben, die der Chronik Westerendes entnommen wurden. 1843 waren am Ort ansässig: 1 Krögner, 1 Krämer, 1 Grobschmidt, 1 Bäcker, 1 Schankwirt, 2 Zimmerleute, 1 Schuster, 1 Weber, 1 Schneider. Nebenberuflich tätig waren noch 1 Dachdecker, 1 Korbmacher und 1 Klumpenmacher.
Westerende ist 890 ha groß und zählt 577 Einwohner. An den Fernverkehr ist der Ort durch die Landesstraße 6 angeschlossen. Buslinien ermöglichen die Anreise über Hage nach Norden und ebenso auch nach Emden. Gutausgebaute Wege innerhalb der Gemeinden stellen die Verbindungen zu den Nachbarorten her. Die Gemeindeverwaltung und die Polizeistation sind am Ort. Die Kinder werden anfangs in der zweiklassigen Grundschule in Westerende unterrichtet und wechseln später zur Mittelpunktschule in Großheide über. Eine Gemeindebücherei ist vorhanden.
Westerende ist ein am Geestrand gelegenes Bauerndorf, das 40 % Sandboden und ungefähr 60 % Marschboden aufweist. Diese günstigen Bodenverhältnisse geben in der Landwirtschaft gute Erträge her. Besonders bekannt ist der Ort durch seine Viehzucht, der in ganz Ostfriesland starke Beachtung geschenkt wird. Die Gemeinde hat in jüngster Zeit ein 4 ha großes Gelände (ehemalige Kiesgrube) aufgekauft und beabsichtigt, dort einen Turnier- und Kinderspielplatz anzulegen. Außerdem soll der bereits im Gelände vorhandene Teich als Fischteich aufgewertet werden.
Verschiedene größere und kleinere Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe beleben den Arbeitsmarkt. Eine Nebenstelle der Kreis- und Stadtsparkasse Norden ist am Ort.
Der Fremdenverkehr hat auch in Westerende Fuß gefaßt, so daß in kommender Zeit auch auf diesem Sektor eine weitere Belebung der heimischen Wirtschaft zu erwarten ist.
Wohn- und Siedlungsmöglichkeiten sind vorhanden.
Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden
Copyright 1972 by Landkreis Norden
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Landkreises Aurich