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Geschichte der Ortsteile Menstede-Coldinne

Die Gemeinde Menstede-Coldinne wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 durch ein Neugliederungsgesetz aufgelöst und mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Großheide zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet umfasst die heutigen Ortsteile Coldinne, Menstede und Südcoldinne. Dem 1972 erschienenen Buch 'Panorama Landkreis Norden’ von Karl Leiner wurde folgendes entnommen:

Menstede-Coldinne

Wappen Menstede-ColdinneIn Grün ein silberner Wolf vor einem schräglinks gestellten goldenen Abtstab, daran ein silbernes, golden gesäumtes Velum.

Seit 1290 bestand in Coldinne ein Prämonstratenserkloster, das um 1450 mit Augustinernonnen neu besetzt wurde. 1481 wurde der Convent zu Coldinne in die Ewige Bruderschaft von Sielmönken aufgenommen. 1562 ging das Kloster ein, sein Landbesitz fiel an den Landesherren. Um die Erinnerung an die Kolonisierung des Heidegebiets durch das Kloster festzuhalten, wurde der Abtstab mit dem Velum auf grünen Schildgrund gesetzt. – Der silberne Wolf erinnert daran, dass in der abgelegenen, fast nur von Schäfern bewohnten Heide der letzte Wolf Ostfrieslands erlegt wurde.

  • Menstede-Coldinne: Gemeinde. 1.375 Einwohner.
  • Größe: 1.245 ha. Gemeindeverwaltung am Ort.
  • 99,6 % evangelisch, Rest anderer Konfession.

In Coldinne, südlich von Arle gelegen, erbauten die Prämonstratenser (Angehörige eines katholischen Mönchsordens) 1290 das Kloster „Convent zur waaren Minne“. Um das Jahr 1441 waren darin etwa 45 Nonnen nebst einer Priorin untergebracht. Mitte des 15. Jahrhunderts übernahmen Augustinermönche das Haus. 1562 wurde das Kloster aufgelöst.

Die Entstehung und der Werdegang der Gemeinde dürften daher eng mit dem Kloster Coldinne in Verbindung zu bringen sein. Die Mönche der damaligen Zeit bauten in der näheren und weiteren Umgebung die sogenannten Grashäuser wie das Coldinner, das Ostercoldinner und das Westercoldinner Grashaus. Gemeindegrenzen gab es seinerzeit noch nicht. Damit ist auch die Lage des Ostercoldinner Grashauses, das 10 km vom Standort des damaligen Klosters entfernt im Bereich der Gemeinde Nesse liegt, als politische Enklave der Gemeinde Menstede-Coldinne zu erklären.

Menstede-Coldinne ist etwa 1.245 ha groß und erstreckt sich in nord-südlicher Richtung in 7 km Länge. Die Gemeinde umfaßt die Ortsteile Menstede, Coldinne, Klosterdorf, Kölke, Breitefeld, Südcoldinne, Blinkheide, Coldinnergaste, Strück und Westerbrande.

Der Ort liegt in der südöstlichen Ecke des Kreisgebietes und grenzt im Süden an ein ausgedehntes, unbewohntes Moorgebiet, das in wirtschaftlicher und verkehrsmäßiger Hinsicht eine natürliche Begrenzung für die Gemeinde darstellt. Die älteste, im Jahre 1911 aus Ziegelsteinen erbaute Straße verbindet den Südarler Raum mit Großheide, führt durch Coldinne und teilt die Gemeinde in einen südlichen und einen nördlichen Teil. Diese Straße war lange Zeit hindurch die einzige Verbindung zur Kreisstadt Norden.

Der weitaus größte Teil der Gemeinde, besonders der südliche, lag unerschlossen und weitab vom Verkehr. Notwendige Transporte konnten nur mit Pferdefuhrwerken auf grundlosen, oft morastigen Wegen bewerkstelligt werden. Der Ausbau des Straßennetzes erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1,5 Millionen DM wurden für dieses Projekt investiert. 24 km neu erstellte Straßen erschließen nunmehr das Gebiet in und um Menstede-Coldinne: Coldinner Straße (Südarle – Großheide), Königsweg (Willmsfeld – Berumerfehn) und der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Middelweg. Durch den Bau zahlreicher Nebenstraßen wurde der größte Teil der Gemeinde an das Hauptverkehrsnetz angeschlossen.

Außer den zahlreichen Zuggräben, die das Moorwasser den Sielen zuführen, gibt es in diesem Gebiet keine Wasserwege. Menstede-Coldinne bildet eine ausgesprochene Streusiedlung. Die von der Gemeinde aufgestellten Bebauungspläne sehen im wesentlichen drei Ortskernbildungen vor: Menstede, Coldinne und die Siedlung Süd-Coldinne.

Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden
Copyright 1972 by Landkreis Norden
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Landkreises Aurich