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Geschichte des Ortsteiles Berumerfehn

Die Gemeinde Berumerfehn wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 durch ein Neugliederungsgesetz aufgelöst und mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Großheide zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet umfasst die heutigen Ortsteile Berumerfehn und Westermoordorf. Dem 1972 erschienenen Buch 'Panorama Landkreis Norden’ von Karl Leiner wurde folgendes entnommen:

Berumerfehn

Wappen BerumerfehnIn blauem Feld ein goldener, mit golden tingiertem Torf beladener Kahn, begleitet von zwei pfahlweis gestellten goldenen sechszackigen Sporenrädern.

Der torfbeladene Kahn erinnert an die Zeit der Erschließung des Moores. Noch im 20. Jahrhundert wurde der Torf auf Kähnen nach Norden gebracht. Wie bei den meisten Gemeindewappen des Landkreises, sind auch hier die Farben Blau-Gold dem Wappen der Stadt Norden entnommen. Sie sollen die Lage der Gemeinde Berumerfehn in der Nähe Nordens deutlich machen und ihre Verbundenheit zu dieser Stadt zum Ausdruck bringen.

Berumerfehn: Gemeinde. 1.772 Einwohner. Größe: 2.199 ha. Gemeindeverwaltung am Ort. Zwei Volksschulen, ein Sportplatz.
90 % evangelisch-lutherisch, 5 % katholisch, 5 % anderer Konfession.

Berumerfehn wurde 1794 von der Norder Fehn-Companie gegründet. Dieser Gesellschaft gehörten Norder und Hager Bürger an, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, die Berumer Moräste abzubauen. Torf wurde zur damaligen Zeit in Ostfriesland bevorzugt als Brennmaterial benutzt, aber auch zum Brunnenbau verwandt. Ein Erbpachtvertrag sicherte den Interessenten das Abbaurecht sowie das Jagen und den Fischfang in den in Frage kommenden Gebieten. Gewissermaßen als Entschädigung dafür legte die Gesellschaft Wieken (Kanäle) und Nebenwieken zur Entwässerung und für die Schiffahrt an und forstete das Ödland Zug um Zug auf.

Die Torfabfuhr wurde durch einen Kanal (das Moortief), den die Gesellschaft anlegte, sichergestellt. Eine direkte Verbindung vom Fehn zur Stadt war dadurch erreicht. Auf Kähnen verladen, gelangte das begehrte Brennmaterial zur Umschlagstelle nach Norden. Ein Erwerbszweig, der heute der Vergangenheit angehört.

Der zu Berumerfehn gehörende Ortsteil Westermoordorf erhielt seinen Namen 1826. Bevölkerungszahlen der Gesamtgemeinde: 1821 = 256, 1939 = 1.278, 1970 = 1.810.
Während Reste von Urtieren hier und da ausgegraben wurden, konnten Funde von besonderer Bedeutung hierorts nicht registriert werden: Obwohl nachfolgende Angaben den Landkreis Norden nicht betreffen, werden sie ihrer geschichtlichen Bedeutung wegen hier angezogen: Dr. Rudolf Bielefeld hat in seinem Buch „Ostfriesland“, Verlag A. H. F. Dunkmann, Aurich (1924), sechs Moorleichen, die in den ostfriesischen Hochmooren zutage gefördert wurden, registriert:

  • 1817 im Hilgenmoor bei Wittmund
  • 1853 beim Heseler Vorwerk im Kreise Leer
  • 1858 zwischen Westrhauderfehn und dem Flachsmeer
  • 1860 in Südgeorgsfehn im Kreise Leer
  • 1861 in Marx – Stapelsteen
  • 1907 im Hochmoor Hogehahn bei Bernuthsfeld im Kreise Aurich

Berumerfehn ist mit 2.199 ha nach der Inselstadt Norderney die größte Gemeinde im Landkreis Norden. Durch die gutausgebauten Kreisstraßen 3, 4 und 6 ist der Ort von allen vier Seiten erschlossen und schnell zu erreichen. Der die Gemeinde durchziehende Kanal, in früheren Zeiten von großer Bedeutung für die Torfabfuhr, dient heute vornehmlich Entwässerungszwecken, ist aber auch für die Wassersportler ein beliebter Tummelplatz.

Erschlossenes Bauland wird zu günstigen Bedingungen angeboten. Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz am Ort. Zwei Volksschulen, je eine in Berumerfehn und Westermoordorf, erschließen den Lehrbetrieb. Ein Sportplatz ist vorhanden. Das kulturelle Leben wird in der Hauptsache von der Kirche getragen. Handwerks- und Einzelbetriebe aller Sparten lassen das Aufblühen und die weitere Entwicklung der Gemeinde erkennen. Die Kreis- und Stadtsparkasse Norden wie auch die Raiffeisenbank Hage unterhalten für den Zahlungsverkehr je eine Hauptzweigstelle.