Inhalt überspringen

Bauanzeige (Genehmigungsfreie Baumaßnahme)

Bestimmte Baumaßnahmen sind von der Verpflichtung einer Baugenehmigung gem. § 62 NBauO ausgeschlossen.

Hierunter fallen:

  • Wohngebäude der Gebäudeklassen 1, 2 und 3 (Gebäude mit geringer Höhe und maximal 2 Wohneinheiten), auch mit Räumen für freie Berufe, wenn die Wohngebäude überwiegend Wohnungen enthalten, sowie deren Nebengebäude und Nebenanlagen in den folgenden Gebieten
    • Kleinsiedlungsgebiet (WS)
    • Reines Wohngebiet (WR)
    • Allgemeines Wohngebiet (WA)
    • Besonderes Wohngebiet (WB)
  • In Gewerbe- und Industriegebieten
    • sonstigen Gebäude der Gebäudeklassen 1 und 2
    • baulichen Anlagen, die keine Gebäude sind

Bei den genehmigungsfreien Baumaßnahmen ist es dem Bauherrn freigestellt, ob er das Anzeigeverfahren gem. § 62 NBauO oder das Baugenehmigungsverfahren nach § 63 NBauO wählt.

Der Bauherr beauftragt im Allgemeinen einen bauvorlagenberechtigten Entwurfsverfasser (Architekt, Bauingenieur), der die Unterlagen fertigt. Es müssen vor Beginn der Baumaßnahme folgende Unterlagen 2-fach eingereicht werden:

  • unterschriebene Mitteilung über die beabsichtigte Maßnahme (VORDRUCK)
  • Baubeschreibung
  • Amtlicher Lageplan (erhältlich beim Katasteramt Norden oder öffentlich bestelltem Vermessungsingenieur)
  • Übersichtsplan
  • Bauzeichnungen (Grundrisse, Schnitte, Ansichten)
  • Berechnungen (Bruttorauminhalt, GRZ, GFZ, Wohn- und Nutzflächenangaben, Rohbau- bzw. Herstellungskosten, Nachweis der Erschließung/versiegelter Fläche (Grundstücksentwässerung, Zufahrt, Stellplätze)
  • Statistischer Erhebungsbogen zur Bautätigkeit

Die Gemeinde muss dem Bauherren bestätigt haben, dass die Erschließung gesichert ist und dass sie eine vorläufige Untersagung nicht beantragen wird, vorher darf mit dem Bau nicht begonnen werden.

Die Durchführung der Baumaßnahme darf von dem Entwurf nicht abweichen. Während der Durchführung der Baumaßnahme muss der Entwurf an der Baustelle vorliegen.

Auch genehmigungsfreie Baumaßnahmen müssen den Anforderungen des öffentlichen Baurechts unterliegen. So kann z.B. die Lage eines Geräteschuppens auf Ihrem Grundstück durch Festsetzungen eines Bebauungsplanes eingeschränkt sein oder es müssen Abstandsvorschriften beachtet werden.

Wichtig: Wird mit der Durchführung der Baumaßnahme vorzeitig begonnen, muss die Baustelle stillgelegt werden. Außerdem handelt es sich dann um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße zu ahnden ist.